Gezeigt werden diesen Herbst Siegerserien aus 25 Jahren Fotoherbst, genau gesagt von 1998 bis 2023. Die Serien werden vollständig gezeigt und es sind jeweils ein bis zwei Serien pro Fotoherbst in der Ausstellung. Von 1998 bis 2006 wurde jedes Jahr ein Wettbewerb ausgeschrieben und ausgewählte Serien im Herbst gezeigt. 2007 oder 2008 gab es eine Retrospektive mit den bis dahin prämierten Serien und einen Katalog über die „Anfangszeit“, der leider vergriffen ist. Von 2009 bis 2023 fand der Fotoherbst nur alle zwei Jahre statt. Es hatte sich ein ehrenamtliches Team gefunden, das es der Gemeinde Schömberg ermöglichte, mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand das Herbstfestival zu veranstalten.
2025 hätte der nächste Wettbewerb stattfinden sollen, aber die Gemeinde hat wie so viele kommunale Verwaltungen kein Geld mehr für Ausgaben, die über die Pflichtausgaben hinausgehen. Das hatte ich in meinem letzten Fotoherbst Post schon erwähnt. Deswegen hat das Team von Freiwilligen mit der von der Gemeinde Schömberg angekauften Siegerserien eine große Retrospektive zusammengestellt.
Es wird eine einmalige Gelegenheit sein, sich 22 prämierte dokumentarische Photoserien aus 25 Jahren Fotoherbst vor Augen zu führen und über die Zukunft dieses Mediums nachzudenken.
Nun ist das Team von Freiwilligen dabei, den Fotoherbst auf eine breitere Basis zu stellen und den Wettbewerb 2026 (oder spätestens 2027) wieder aufzunehmen. Voraussetzung ist natürlich, dass genug Geld aus Spenden, von Sponsoren und eventuell als kommunalen Kassen zusammenkommt, um den Aufwand zu stemmen. Wir sind optimistisch und wollen mit der Ausstellung zeigen, dass es sich lohnt Fotografie-Serien in den Dienst von Narration und Dokumentation zu stellen und diese in Ausstellungen zu zeigen.
Was erwartet nun diejenigen, die sich auf den Weg machen zur Vernissage zu kommen oder zu Rathausöffnungszeiten die Ausstellung im Oktober und November anzuschauen?
Die Serien aus den ersten Jahren sind vorwiegend in Schwarzweiß gehalten. Das hat wahrscheinlich weniger damit zu tun, dass man nicht auch in Farbe hätte photographieren können, als damit, dass das zurückhaltende Schwarzweiß lange als sowohl künstlerischer als auch objektiver (Zeitungsphotos!) angesehen wurde, weil die Farben nicht „ablenken“. Es sind dokumentarischen Serien, etwa über eine Butler-Schule oder eine Orchesterprobe, über das Landleben in Russland oder über Straßen in Bogota oder New York. Es gibt literarische Referenzen auf Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“ oder die Romane von Henning Mankell. Kritische Serien über die Lebensbedingungen von Nomaden oder die Folgen der Austrocknung des Aral-Sees.
So viel zu den Serien bis 2006. Ab 2009 dreht sich die Tendenz und Serien in Schwarzweiß sind eher die Ausnahme. Auch im Weiteren geht es viel um die Lebensbedingungen von Menschen zu bestimmten Zeiten, an bestimmten Orten. Ich möchte aber nicht zu viel verraten, und für die, die schon man eine oder mehrere Ausstellungen des Fotoherbsts gesehen haben, wird es möglicherweise auch das eine oder andere Wiedersehen mit Serien geben, die schon damals gefallen haben. Dann kann man darüber reflektieren, ob diese auch heute noch aussagekräftig sind, oder die unvermeidlichen Veränderungen im Laufe der Zeit die Aussagen der Serien relativieren
This fall, winning series from 25 years of Fotoherbst will be on display, specifically from 1998 to 2023. The series will be shown in their entirety, with one to two series per Fotoherbst featured in the exhibition. From 1998 to 2006, a competition was held every year and selected series were shown in the fall. In 2007 or 2008, there was a retrospective of the series that had won awards up to that point and a catalogue about the “early days,” which is unfortunately out of print. From 2009 to 2023, Fotoherbst took place only every two years. A team of volunteers had come together, enabling the municipality of Schömberg to organize the autumn festival at a manageable financial cost.
The next competition should have taken place in 2025, but like so many municipal administrations, the municipality no longer has any money for expenses that go beyond its mandatory expenditures. I already mentioned this in my last Fotoherbst post. That is why the team of volunteers has put together a large retrospective, with the winning series purchased by the municipality of Schömberg.
It will be a unique opportunity to view 22 award-winning documentary photo series from 25 years of Fotoherbst and to reflect on the future of this medium.
The team of volunteers is now working to put Fotoherbst on a broader footing and resume the competition in 2026 (or 2027 at the latest). Of course, this requires that enough money be raised from donations, sponsors, and possibly municipal funds to cover the costs. We are optimistic and want to use the exhibition to show that it is worthwhile to put photography series at the service of narration and documentation and to show them in exhibitions.
What can those who make their way to the vernissage or visit the exhibition during town hall opening hours in October and November expect?
The series from the early years are predominantly in black and white. This probably has less to do with the fact that it would not have been possible to photograph in colour than but with the fact that restrained black and white was long considered both artistic and objective (newspaper photos!) because the colours do not “distract.” These are documentary series, for example about a butler school or an orchestra rehearsal, about rural life in Russia or about streets in Bogota or New York. There are literary references to Heinrich Böll’s “Irish Diary” or the novels of Henning Mankell. Critical series about the living conditions of nomads or the consequences of the drying up of the Aral Sea.
So much for the series up to 2006. From 2009 onwards, the trend reversed and black-and-white series became the exception. The series continue to focus on the living conditions of people at specific times in specific places. But I don’t want to give too much away, and for those who have already seen one or more Fotoherbst exhibitions, there may be a reunion with one or two series that they liked back then. Then you can reflect on whether they are still relevant today, or whether the inevitable changes over time have relativized the message of the series.
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Wirklich schade. Trotzdem: Die Idee, eine Retrospektive zu halten, gefällt mir sehr gut. Hoffen wir, dass die Zeiten besser werden und das Format fortgeführt werden kann.
beste Grüße – Rosemarie
Kleine Anmerkung zur Website: Die Texte in der linken und rechten Spalte sich nahezu identisch.
Hallo Rosemarie, eigentlich sollte die zweite Spalte den Text nochmal in english bringen, sozusage fürs internationale Publikum. Es sieht einigermaßen gut aus für eine Fortführung. Wir sind dran!
Wie schön, dass es doch irgendwie weitergeht. Ich werde auf jeden Fall versuchen, vorbeizuschauen.