Wie schon in meine Artikel „Vernissage, Vernissage“ erwähnt, bin ich ein wenig auf den Geschmack gekommen, was in Ausstellungen gezeigt wird aus erster Hand erklärt zu bekommen. Deswegen habe ich mich auch mitten am Sonntag auf den Weg ins Schauwerk nach Sindelfingen gemacht. Womit ich nicht gerechnet hatte, war das sicher einige hundert andere Leute auch auf die Idee gekommen sind. So musste ich den Worten der Ausstellungsmacher*innen im Stehen folgen. Die Hausherrin hat uns begrüßt und zwei Bilder erwähnt, die sie besonders berührt haben, die ausführliche Einführung in die Ausstellung hat allerdings Ralf Goertz vom „Institut für Kunstdokumentation und Szenographie“ in Düsseldorf geliefert.
Er hat die Ausstellung auch maßgeblich kuratiert und in der hier gezeigten Form mit dem Schauwerk zusammen konzipiert. Vorher waren die Bilder in Darmstadt zu sehen. Auf den Inhalt seiner Einführung will ich hier gar nicht gesondert eingehen, da auf der Homepage des IKS ein sehr ausführlicher Artikel zu finden ist und man sich dort beim Lesen auch gleich die erwähnten Bilder anschauen kann. Es waren so viele Leute da (fast 1500 am ersten Tag), dass gar nicht daran zu denken war die Ausstellung in Ruhe anzuschauen. Ich bin einmal durchgegangen und hab mir einen Eindruck verschafft. Damit war der Vorsatz gefasst da nochmal hinzugehen und in Ruhe zu betrachten, was jetzt nur im Vorbeigehen den Blick eingefangen hat.
Come già accennato nel mio articolo «Vernissage, Vernissage», ho iniziato ad apprezzare il fatto di ricevere spiegazioni di prima mano su ciò che viene esposto nelle mostre. Per questo motivo, domenica a metà giornata mi sono recato allo Schauwerk di Sindelfingen. Quello che non mi aspettavo era che sicuramente anche altre centinaia di persone avessero avuto la stessa idea. Così ho dovuto seguire le parole dei curatori della mostra in piedi. La padrona di casa ci ha dato il benvenuto e ha menzionato due immagini che l’hanno particolarmente colpita, ma l’introduzione dettagliata alla mostra è stata fornita da Ralf Goertz dell’«Institut für Kunstdokumentation und Szenographie» di Düsseldorf.
Egli ha anche curato in modo determinante la mostra e l’ha concepita nella forma qui presentata insieme allo Schauwerk. In precedenza, le immagini erano state esposte a Darmstadt. Non intendo soffermarmi qui in modo specifico sul contenuto della sua introduzione, poiché sul sito web dell’IKS è disponibile un articolo molto dettagliato e lì, mentre si legge, è possibile anche vedere subito le immagini menzionate. C’era così tanta gente (quasi 1500 persone il primo giorno) che era impensabile visitare la mostra con calma. Ho fatto un giro per farmi un’idea. Così ho deciso di tornarci per osservare con calma ciò che ora ha catturato il mio sguardo solo di sfuggita.
Ganz anders bei unserem Besuch an einem Mittwoch Vormittag im März. Da waren wir die ersten und erstmal einzigen Gäste im Schauwerk und wurden freudig und höflich empfangen. Wir hatte alle Zeit der Welt uns in die Bilderstrecken zu vertiefen und damit auch so eine Art Zeitreise durch die italienische Photographie des späten 20ten und frühen 21ten Jahrhunderts zu machen.
Der spiralig ansteigende Weg durch die Ausstellung beginnt mit einem konzeptuellen Werk von Mario Cresci, der von der Arte Povera her kommt und sich auch in seinen anderen hier gezeigten Arbeiten mit Spiegelungen und Lichtspielen beschäftigt. Es zeigt einen scheinbar auf einem schwarzen sich verjüngenden Boden liegenden Meterstab, der sich im Hintergrund scheinbar in einem Spiegel sich weiter verjüngend spiegelt. Es wird ein dreidimensionaler Raum suggeriert, der sich aber nicht bildimmanent verifizieren lässt. Eine Art Bildrätsel, an dem man normalerweise achtlos vorbeigeht, wenn man nicht, wie wir, daran hängen bleibt.
Auch aus den Achzigern sind die Bilder der Serie „Paesaggio Iraliano“ von Luigi Ghirri (1943-92) vor allem die zwei Strandbilder haben es uns angetan. Helle leichte wohlkomponierte Alltagsszenen mit oder ohne Menschen. Eines seiner Bilder dient der Ausstellung als Titelbild.
La situazione era ben diversa durante la nostra visita in un mercoledì mattina di marzo. Eravamo i primi e, per il momento, gli unici visitatori dello Schauwerk e siamo stati accolti con cordialità e cortesia. Abbiamo avuto tutto il tempo del mondo per immergerci nelle gallerie fotografiche e compiere così una sorta di viaggio nel tempo attraverso la fotografia italiana tra la fine del XX e l’inizio del XXI secolo.
Il percorso a spirale che sale attraverso la mostra inizia con un’opera concettuale di Mario Cresci , che proviene dall’Arte Povera e si occupa di riflessi e giochi di luce anche nelle altre sue opere qui esposte. Mostra un metro a stecca apparentemente appoggiato su un pavimento nero che si restringe, il quale si riflette sullo sfondo in quello che sembra uno specchio, restringendosi ulteriormente. Viene suggerito uno spazio tridimensionale che però non può essere verificato all’interno dell’immagine stessa. Una sorta di enigma visivo davanti al quale normalmente si passa senza prestare attenzione, a meno che, come noi, non ci si soffermi.
Sempre degli anni Ottanta, ci hanno colpito le immagini della serie “Paesaggio Iraliano” di Luigi Ghirri (1943-92), in particolare le due immagini di spiaggia. Scene di vita quotidiana luminose, leggere e ben composte, con o senza persone. Una delle sue immagini funge da immagine di copertina della mostra.
Gabriele Basilico (1944-2013) zeigt in seiner Serie „Territori intermedi“ sehr streng komponierte schwarzweiße Stadtaufnahmen aus Mailand. Industriebauten, Wohnhäuser, Tankstellen, Straßen – alles Ansichten, die man für langweilig halten könnte, gäbe es da nicht diesen Photographen mit seiner Plattenkamera, der interessante Bilder davon zeigt.
Ebenfalls zu den Klassikern dieser Art von Alltagsphotographie, die ein wenig wie zum Teil bewohnte „new topographics“-Aufnahmen anmuten ist Guido Guidi (*1941), der hier mit Bildern aus den achtziger und neunziger Jahren gezeigt wird. Zwei Bilder haben mich besonders angesprochen. Einmal das Bild der Chiesa Santa Colomba von 1985 aus der Serie „In Veneto“. Hier kann man sich gar nicht satt sehen an den vielen aufsteigenden Linien und ihrem Zusammenspiel. Und dann ein Bild aus der Serie „Ina Casa“ von 1999 in dem ich uns Drei (Michael, Harald und mich) sofort wiedererkannt habe, auch wenn wir an dem Tag etwas eleganter gekleidet waren.
Gabriele Basilico (1944-2013) presenta nella sua serie «Territori intermedi» immagini urbane in bianco e nero di Milano, caratterizzate da una composizione molto rigorosa. Edifici industriali, case, stazioni di servizio, strade: tutte immagini che si potrebbero considerare noiose, se non fosse per questo fotografo con la sua macchina fotografica a lastra, che ne mostra immagini interessanti.
Tra i classici di questo genere di fotografia di vita quotidiana, che in parte ricorda le immagini in parte abitate della corrente “new topographics”, c’è anche Guido Guidi (*1941) , qui presentato con immagini degli anni Ottanta e Novanta. Due immagini mi hanno colpito in modo particolare. Da un lato, l’immagine della Chiesa di Santa Colomba del 1985, tratta dalla serie “In Veneto”. Qui non ci si stanca mai di ammirare le numerose linee ascendenti e il loro gioco. E poi un’immagine della serie “Ina Casa” del 1999, in cui ho immediatamente riconosciuto noi tre (Michael, Harald e me), anche se quel giorno eravamo vestiti in modo un po’ più elegante.
Aus den Neunziger Jahren stammt das aus analogen Aufnahmen zusammengesetzte 7,5 m lange Panorama des Mailänder Stadtteils Portello von Paola Di Bello (*1961). Auch hier kam, wie bei den neutopographisch anmutenden Aufnahmen aus diesen Jahrzehnten, die Frage auf, ob so eine isolierte Betrachtung der Entwicklung in Italien allen Entwicklungslinien gerecht wird. Ed Rushas „Every Building on Sunset Strip“ erschien 1966, die hier gezeigte farbige Version aus Norditalien, nicht als Buch, sondern zum an die Wand hängen ist wohl nicht unabhängig davon entstanden, sondern wohl eher so etwas wie eine späte Antwort darauf oder eine Vorwegnahme dessen was wir heute mit zwei Clicks am PC zusammenfügen können.
Uneinig waren wir bei den Bildern von Walter Niedermayr (*1952) aus Südtirol. Seine Landschaften aus den Alpen klagen eindeutig eine Landschaftsverschandlung durch den alpinen Tourismus an, sind aber gleichzeitig ästhetisch sehr ansprechend gestaltet und irritieren höchstens subtil. Soll es einem nun gefallen oder zum Nachdenken bringen? Geht beides?
In den 2000er Jahren sehen wir schon die nächste Generation wie z.B. Marcello Galvani (*1975), einem Schüler von Guido Guidi, der in seiner Serie „Eggs and Asparagus“ Szenen aus dem Landleben seiner Region zeigt. Wir mussten dabei an die „Grüne Badehose meines Vaters“ von Torsten Dodillet denken, die ja in dem gleichnamigen Buch gar nicht auftaucht, während hier den auf Spargel gesetzten Spiegeleiern ein Bild gewidmet wird. Wir waren uns nur nicht einig darüber, was das mit dem Rest der Serie zu tun hat (aber vielleicht hat uns de einfach ein Stück Kontext gefehlt). Beeindrucken fand ich auch den Pfau, der seine voll gespreiztem Prunkfedern mitten in an der unverputzten Hauswand rumliegenden diversen Haushaltsschrottteilen zeigt.
Auch schön die in Schwarzweiß gehaltenen, ausgemusterten Plakatwände von Maurizio Montagna (*1964), die in ihrer vom Künstler vorgegebenen Hängung eine beeindruckende graphische Präsenz erhalten.
Risale agli anni Novanta il panorama lungo 7,5 metri del quartiere milanese del Portello, realizzato da Paola Di Bello (*1961) e composto da immagini analogiche. Anche in questo caso, come per le immagini dall’aspetto nuovotopografico di quei decenni, è sorta la domanda se una visione così isolata dello sviluppo in Italia renda giustizia a tutte le linee evolutive. “Every Building on Sunset Strip” di Ed Ruscha è stato pubblicato nel 1966; la versione a colori del Nord Italia qui esposta, pensata non come libro ma per essere appesa alla parete, non è probabilmente nata indipendentemente da ciò, ma piuttosto come una sorta di risposta tardiva o di anticipazione di ciò che oggi possiamo mettere insieme con due clic sul PC.
Non eravamo d’accordo sulle immagini di Walter Niedermayr (*1952) provenienti dall’Alto Adige. I suoi paesaggi delle Alpi denunciano chiaramente un deturpamento del paesaggio causato dal turismo alpino, ma allo stesso tempo sono esteticamente molto accattivanti e, al massimo, irritano in modo sottile. Devono piacere o far riflettere? È possibile entrambe le cose?
Negli anni 2000 vediamo già la generazione successiva, come ad esempio Marcello Galvani (*1975), un allievo di Guido Guidi, che nella sua serie “Eggs and Asparagus” mostra scene della vita rurale della sua regione. Ci è venuto in mente “Il costume da bagno verde di mio padre” di Torsten Dodillet , che però non compare affatto nel libro omonimo, mentre qui viene dedicata un’immagine alle uova al tegamino adagiate sugli asparagi. Non eravamo però d’accordo su cosa ciò avesse a che fare con il resto della serie (ma forse ci mancava semplicemente un po’ di contesto). Mi ha colpito anche il pavone che mostra le sue piume nuziali completamente spiegate in mezzo a vari rottami domestici sparsi sul muro grezzo di una casa.
Belli anche i cartelloni pubblicitari in disuso in bianco e nero di Maurizio Montagna (*1964), che nell’allestimento previsto dall’artista acquisiscono un’impressionante presenza grafica.
Erwähnt werden muss auch Andrea Botto (*1973). Er scheint eine Faszination für Explosionen zu haben und zeigt aber vor allem die Schaulustigen kurz nach der Explosion wie diese das Event umringend auf die Rauschschwaden starren. Seine Serie besteht aus großformatigen Darstellungen der Explosionen und kleineren Schwarzweiß-Bildern, die sich mit den Werkzeugen der Sprengmeister beschäftigen z.B. Dynamitstangen (von Alfred Nobel) und dazugehörige Zündvorrichtungen.
So richtig begeistert haben uns aber die Bilder von Federico Clavarino aus der Serie „Italia O Italia“ aus den frühen 2010er Jahren. Seine Bilder sind sehr zurückgenommen kontextarm, aber symbolisch geradezu überfrachtet. Das Diptychon über den Wein hat uns lange gefesselt. Ein Handschuh, in dem sich das Rot des Weines schon andeutet, der aus den darauf liegenden Traben sehr wahrscheinlich gewonnen werden wird und die zwei leeren Flaschen, die darauf warten gefüllt und verkorkt zu werden, beides mit dezent angedeuteter Schräge im Hintergrund. Da kann man viel reinlesen.
Va menzionato anche Andrea Botto (*1973). Sembra provare un certo fascino per le esplosioni, ma ritrae soprattutto i curiosi che, subito dopo l’esplosione, circondano l’evento fissando le nuvole di fumo. La sua serie è composta da rappresentazioni di grandi dimensioni delle esplosioni e da immagini in bianco e nero di dimensioni più ridotte che si concentrano sugli strumenti di lavoro degli artificieri, ad esempio le cariche di dinamite (di Alfred Nobel) e i relativi dispositivi di innesco.
Ciò che ci ha davvero entusiasmato, però, sono state le immagini di Federico Clavarino della serie “Italia O Italia” dei primi anni 2010. Le sue immagini sono molto sobrie, prive di contesto, ma simbolicamente quasi sovraccariche. Il dittico sul vino ci ha affascinato a lungo. Un guanto in cui si intravede già il rosso del vino, che molto probabilmente verrà ricavato dalle uve adagiatesi su di esso, e le due bottiglie vuote che attendono di essere riempite e tappate, entrambe con una discreta inclinazione suggerita sullo sfondo. Si possono leggere molte cose in questa immagine.
Die Zehner Jahre waren auch die Zeit der sozialkritischen Reportagen. Giulia Iacolutti (*1985) zeigt eine Fußballmannschaft in einer psychiatrischen Klinik, wo alle Spieler:innen die Nummer 14 tragen. Michaela Palermo (*1980) hat in Süditalien Immigranten der zweiten Generation portraitiert, die in der immer noch Mafia geprägten Region wenig Chancen haben ihre Träume zu verwirklichen.
Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich zugeben, dass wir gegen Ende der Ausstellung etwas an Elan verloren haben, vielleicht auch weil das schon nicht mehr unsere Zeit ist, auch wenn wir in ihr leben. Auch die Hängung wird hier zeitgemäßer, d.h. nach Kriterien geordnet, die nur noch teilweise nachvollziehbar sind. Am ehesten unseren Sehgewohnheiten entgegen, kam Alessandra Dragoni (*1963), vielleicht weil sie, wie sie hier in ihrer Serie „Libera Poesia“ zeigt, in dieser Tradition steht (sie ist auch Schülerin von Guido Guidi). die den Alltag versucht in kleinen poetischen Szenen zu skizzieren und es dem Betrachter überlässt, sich einen Reim darauf zu machen.
Die Ausstellung, die noch bis zum 26.07. 26 zu sehen sein wird, ist nicht zuletzt deswegen stark, weil sie sich konsequent weigert, unsere Klischees von Italien zu bedienen und uns ein Bild zeigt, das, wie fragmentarisch es auch sein mag, sich aus der Eigenwahrnehmung der italienischen Photograph:innen speist.
Gli anni 2010 sono stati anche il periodo dei reportage di critica sociale. Giulia Iacolutti (*1985) mostra una squadra di calcio in una clinica psichiatrica, dove tutti i giocatori e le giocatrici indossano il numero 14. Michaela Palermo (*1980) ha ritratto nel Sud Italia immigrati di seconda generazione che, in una regione ancora segnata dalla mafia, hanno poche possibilità di realizzare i propri sogni.
Se devo essere del tutto onesto, devo ammettere che verso la fine della mostra abbiamo perso un po’ di slancio, forse anche perché quella non è più la nostra epoca, anche se ci viviamo. Anche l’allestimento qui diventa più contemporaneo, cioè ordinato secondo criteri che sono solo in parte comprensibili. Quella che più si avvicinava alle nostre abitudini visive era Alessandra Dragoni (*1963), forse perché, come mostra qui nella sua serie “Libera Poesia”, si inserisce in questa tradizione (è anche allieva di Guido Guidi), che cerca di abbozzare la vita quotidiana in piccole scene poetiche e lascia allo spettatore il compito di darvi un senso.
La mostra, che sarà visitabile fino al 26 luglio 2026, è forte non da ultimo perché rifiuta sistematicamente di avvalersi dei nostri cliché sull’Italia e ci mostra un’immagine che, per quanto frammentaria possa essere, si nutre della percezione che i fotografi italiani hanno di sé stessi.
Tradotto con aiuto da DeepL.com