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Haruki’s T-Shirts

Zu Weihnachten habe ich ein Buch geschenkt bekommen, das Bilder enthält, aber kein Fotobuch ist und das von einem Schriftsteller geschrieben wurde, aber keine Literatur ist. Nicht von irgendeinem Schriftsteller, sondern von Haruki Murakami einem meiner Lieblingsschriftsteller. Und damit wären wir schon mitten im Thema. Den Ego-Attributen. Den Eigenschaften, die wir uns zuschreiben, um uns zu definieren.

Das Buch heißt “Murakami T – gesammelte T-Shirts “. Murakami schreibt darin indirekt über sich selbst, indem er über seine T-Shirts erzählt, die sich im Laufe seines Lebens (genauer seit den 70er Jahren) bei ihm angesammelt haben. Er scheint nicht nur ein großer Stöberer, sondern auch ein extremer Sammler zu sein. Eigentlich ein langweiliges Buch. Die T-Shirts sind nach Themen sortiert und die Texte sind ganz einfach gehalten (Ursprünglich erschienen die einzelnen Kapitel wohl als Beiträge in einem Magazin). Spannend wird es erst, wenn man die T-Shirts als Metapher dafür ansieht, was wir in unserem Leben so an Attributen ansammeln, mit denen wir uns definieren – und die letztendlich unser Ego definieren, unser Ich-Gefühl konstituieren. Spannend für mich ist auch, dass viele der Attribute die Murakami anhand der T-Shirts aufreiht sich mit Attributen decken, die ich mir mal auf die Fahne geschrieben habe oder es auch immer noch tue – obwohl ich inzwischen zu wissen glaube, dass diese ganze Sammlerei nur dazu dient zu verbergen, dass der Kern – leer ist.

Jazz T-Shirts hat Murakami kaum welche, aber er ist wie ich ein großer Jazzliebhaber. Er trinkt gerne Whisky, was ich auch tue, deutlich weniger, aber seit ich gemerkt habe wie viel Speck einem Alkohol und Zucker auf die Rippen zaubern. Bei Surfen und Hamburger essen decken sich unsere Vorlieben nicht unbedingt. Aber ich lese gerne und finde die T-Shirts mit Verweisen auf die bekanntesten Romane von Murakami ausnahmslos gelungen. Auch Bücherläden und Universitäten sind mir ähnlich viel wert wie Murakami. Auch ich würde, wie er, kein T-Shirt tragen, das ein Universitätslogo aufgedruckt hat. Marathons laufe ich keine, aber ich habe ebenfalls das Walken irgendwann als Ausgleich für das viele Sitzen für mich entdeckt und pflege es seither.

Sein Olympus T-Shirt hätte ich auch gerne, da ich seit 15 Jahren fast ausschließlich mit Kameras dieser Marke Bilder mache. Manche T-Shirts haben ihre Zeit, wie z.B. diejenigen, die wir uns im lokalen Fotoclub haben machen lassen, als wir noch öfter öffentliche Vorführungen veranstalteten. Heute gibt es kaum noch Gelegenheit diese zu tragen, aber wegwerfen möchte ich sie auch nicht. Insofern kann ich Murakami verstehen, wenn er sammelt, auch wenn ich wenig Neigung habe, es ihm gleichzutun.

Im Gegenteil, die gesammelten Vorlieben und Eigenschaften helfen zwar sich zu definieren, werden aber im Laufe der Zeit auch zu einer Last, die man unnötig mit sich rumträgt. Das behindert einen auch dabei, das wahrzunehmen, was einem gegenwärtig begegnet, weil man nur damit beschäftigt ist zu sortieren, ob es zu den gesammelten Attributen passt oder nicht.

For Christmas I was given a book that contains pictures but is not a photo book and that was written by a writer but is not literature. Not just any writer, but Haruki Murakami, one of my favorite writers. And that brings us to the heart of the matter. The first-person attributes. The attributions of the Ego. The qualities we ascribe to ourselves in order to define ourselves.  

The book is called “Murakami T – collected T-shirts “  In it, Murakami writes indirectly about himself by talking about the T-shirts he has accumulated over the course of his life (more precisely since the 1970s). He seems to be not only a great rummager, but also an extreme collector. Actually, a boring book. The T-shirts are sorted by theme and the texts are kept very simple (originally, the individual chapters probably appeared as articles in a magazine).

It only becomes exciting when you see the T-shirts as a metaphor for the attributes we accumulate in our lives, with which we define ourselves – and which ultimately define our ego, constitute our sense of self. It is also exciting for me that many of the attributes that Murakami lists on the basis of the T-shirts coincide with attributes that I have once claimed for myself or still do – although I now believe I know that all this collecting only serves to conceal the fact that the core – is empty.

Jazz T-shirts Murakami hardly has any, but like me, he is a great jazz lover. He likes to drink whisky, which I do too, but much less since I realised how much flab alcohol and sugar can put on your ribs. When it comes to surfing and eating hamburgers, our preferences don’t necessarily coincide. But I do like to read, and find the T-shirts with references to Murakami’s most famous novels invariably successful. I also value bookshops and universities as much as Murakami. Like him, I too would not wear a T-shirt with a university logo printed on it. I don’t run marathons, but I also discovered walking at some point as a way of compensating for all the sitting I do, and have been doing it ever since.

I would also like to have his Olympus T-shirt, as I have been taking pictures almost exclusively with cameras of this brand for 15 years. Some T-shirts have their day, such as the ones we had made at the local photo club  when we used to do public demonstrations more often. Today there is hardly any opportunity to wear them, but I don’t want to throw them away either. In this respect, I can understand Murakami’s collecting, even if I have little inclination to do the same.

On the contrary, the collected preferences and characteristics help to define oneself, but in the course of time they also become a burden that one carries around unnecessarily. It also hinders one from perceiving what one is currently encountering, because one is only busy sorting out whether it fits the collected attributes or not.

Translated with the help of www.DeepL.com/Translator

1 Comment

  1. Harald S.

    Da schau her! Murakami ist auch ein Lieblingsschrifsteller von mir. Und von der Betrachtung von Büchern und Fotos und T-Shirts ist es nur ein kurzer Weg zur Philosophie. Meine liebe Schwester, die gestern zum Brunch kam, sagte so ganz beiläufig: “Man kann das Leben nicht festhalten.” Hmmmm. Aber man versucht es trotzdem immer wieder, denke ich heute.

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