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Verbannt / Banned

Ohnmacht: rare Phase von totalem Bewußt-Geworden-Sein

Andreas Egert (*1968), deutscher Journalist, Publizist und Aphoristiker

 

Stell dir vor du geht’s eine Abends auf eine deiner wichtigsten Photo-Seiten, für die du im Jahr 50 Lappen springen lässt und findest dort nach deiner Anmeldung nur noch obige lapidare Meldung. Ich war geschockt, leicht verbittert aber das vorherrschende Gefühl war Ohnmacht. Da haben die Besitzer der Plattform (schreibt man das eigentlich wirklich mit 2t?) beschlossen, dass Du gegen irgendwelche Regeln verstoßen hast, die Sie sich ausgedacht haben, damit ihr Business gut läuft. Möglicherweise hast Du das sogar unterschrieben, durch irgend eine unbedachten Click als Du mal wieder keine Lust gehabt hast 25 Seiten Bedingungen zu lesen bevor Du weiter das machen kannst was Du gerne machen willst, nämlich Bilder zeigen.

Du wendest dich,  wie vorgeschlagen, an die E-Mail Adresse und bekommst sofort eine automatisch generierte mail mit Verweisen zu den Regeln und FAQs. Dazu wird gesagt dass zahlende Kunden innerhalb von 2 Tagen eine Antwort erhalten nichtzahlende innerhalb von 14 Tagen.

Die Antwort kommt nach vier Tagen, ist freundlich, verständlich und von einem Menschen verfasst (zumindest fühlt es sich so an). Es habe Meldungen gegeben wegen Spam/Werbung auf meiner Seite. Gemeint sind die Links auf einigen meiner Bilder, die auf meinen Blog verweisen. Zitat: „linking off to another site which appear to be advertising something so that’s why the moderation team banned you. “

Ok, jetzt weiß ich Bescheid. In der Zwischenzeit habe ich etwas recherchiert und rausgefunden, dass 500px von der chinesischen Bildagentur VCG (Visual China Group) aufgekauft wurde, die vergleichbar mit Getty im Westen den Bildermarkt in China dominiert. Viele (ehemalige) Nutzer beschweren sich darüber, wie man seither behandelt wird. Es sind vor allem Leute, die mit erotischen Bildern um Aufmerksamkeit ringen und Leute, die mit Photoshop Composings machen. Beides scheint den neuen Besitzern nicht zu schmecken. Noch weniger wenn jemand diese Politik öffentlich anprangert. Ich verzichte auf die ganzen Links, wer genaueres wissen will gebe einfach `500px´ und `banned´ ein. Einen guten Überblick über die Probleme mit 500px gibt Nicolas Hoizey (leider in Englisch)

So, was lerne ich nun aus dieser kleinen Geschichte. Zum einen ist es ein Lehrstück zu der Unzuverlässigkeit von Online-Anbietern. Man ist nie Sicher, dass der ganze Laden nicht an sonst wen verkauft wird und vor allem weiß man nie, wo die Reise langgeht. Als 500px auftauchte gehörte flickr gerade zu Yahoo, die versuchten es von einer Photo-Plattform zu einem beliebigen Online-Speicherplatz für Familienphotos umzubauen. Die Photographen wechselten scharenweise zum neuen Anbieter. So auch ich wobei ich meinen flickr-account immer weiter gepflegt habe. Da bin ich auch froh drum, denn nach diesem Vorfall ist mein Platz auf 500px nicht mehr. Ich habe, sobald ich wieder Zugang hatte mein `Awesome´- Abo gekündigt und werde dort das stehen lassen, was auf einem Free-account dort stehen darf und dann sehen wir mal weiter.

Aber jenseits der pragmatischen Auswirkungen war einerseits der Umgang mit meiner eigenen Ohnmacht angesichts dieses Angriffes auf einen integralen Anteil meines Egos lehrreich und andererseits das Empfinden, dass mit diesem Shock das Nachdenken über meinem (unseren) virtuellen Exhibitionismus einen neuen Impuls bekommen hat.

PS: Vieleicht wollt ihr euch meine drei Lieblingssammlungen von Fundstücken auf 500 px anschauen bevor sie in ein paar Monaten verschwinden wenn mein `Awesome´-account ausläuft:

https://500px.com/rolfnoe/galleries/dance

https://500px.com/rolfnoe/galleries/buddha

https://500px.com/rolfnoe/galleries/music-with-her-siver-sound

Imagine one evening you go to one of your most important photo pages for which you pay 50 bucks in the year and find there after your registration only the above lapidary message. I was shocked, slightly bitter, but the prevailing feeling was powerlessness. Since the owners of the platform decided, that you have violated any rules that they have come up with so that their business is going well. You may even have signed it, by some thoughtless click when you didn´t wanted to read 25 pages of conditions before you can continue to do, what you really want to do, namely show pictures.

You turn as suggested to the e-mail address and get immediately an automatically generated mail with references to the rules and FAQs. In addition it is said that paying customers get a response within 2 days received a non-paying within 14 days.

The answer comes after four days, is friendly, understandable and written by a human (at least that’s how it feels). There have been reports of spam / advertising on my site. These are the links on some of my pictures that refer to my blog. Quote: “Linking to another site which appears to be advertising something so that’s why the moderation team banned you.”

Ok, now I know. In the meantime, I did some research and found out that 500px in the meantime was bought by the Chinese picture agency VCG (Visual China Group), which, like Getty in the west, dominates the picture market in China. Many (former) users complain about how to treat them since then. Above all, it is people who struggle for attention with erotic pictures and people who use Photoshop Composings. Both do not seem to be the taste of the new owners. Even less if someone publicly denounces this policy. I don´t show all these links, who wants to know more exactly just enter `500px’ and` banned’. A good overview of the problems with 500px are Nicolas Hoizey .

So, what am I learning from this little story? First, it is a lesson to the unreliability of online providers. One is never sure, that the whole thing is not sold to anyone else and most of all, you never know where the journey is going. Flickr was just about to be ruined by Yahoo who was trying to rebuild it from a photo platform into any online storage for family photos, when 500px first appeared on the scene. The photographers changed in droves to the new provider. Like me  but I have always maintained my flickr account. I’m glad about that fact because after this incident, my place is no longer on 500px. As soon as I regained access, I canceled my ‘Awesome’ subscription and will leave the pics there to stand on a free account and then we’ll see.

But beyond the pragmatic Implications, the handling of my own impotence in the face of this attack on an integral part of my ego was instructive and on the other hand the feeling that with this shock my thinking about my (our) virtual exhibitionism got a new impulse.

PS: Maybe you want to look at my three favorite collections of found objects on 500 px before they disappear in a few months when my ‘Awesome’ account expires:

https://500px.com/rolfnoe/galleries/dance

https://500px.com/rolfnoe/galleries/buddha

https://500px.com/rolfnoe/galleries/music-with-her-siver-sound

3 Comments

  1. Anne-Marie Veith

    Das könnte im dümmsten Fall auch auf Flickr passieren, sollte jemand diesen Account melden. Jedoch ist Flickr ziemlich langsam bei solchen Sachen.

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