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Der blinde Photograph/The blind photographer

„Auch ein Blinder hat visuelle Anlagen, optische Bedürfnisse. Wie jemand, der sich in einem dunklen Raum nach Licht sehnt. Aus dieser Sehnsucht heraus fotografiere ich.“ / “Even a blind man has visual assets, visual needs. Like someone who longs for light in a dark room. It is out of this longing that I take my pictures.”

Evgen Bavčar

Steffen Siegel meint in seinen `Belichtungen´, dass uns die Auseinandersetzung mit einem blinden Fotografen ebenso viel über das Photographieren sagen könnte, wie uns die Entdeckung des blinden Flecks über das Sehen beigebracht hat. Als Beispiel beschäftigt er sich mit Evgen Bavcar, einem slowenischen Fotografen, der aufgrund von Unfällen als junger Mensch erblindet ist. Sein photographisches Werk lohnt mehr als nur einen Blick.

Meine Neugier war entfacht und ich machte mich auf um im Netz nach Antworten auf die Frage zu suchen, wie das funktionieren kann. Zu meinem Erstaunen zeigte sich dass es gleich mehrere blinde Fotografen gibt und mit Hilfe  eines YouTube Videos über den amerikanischen Fotografen Pete Eckert konnte ich auch noch nachvollziehen wie das möglich sein kann. Einige Hilfsmittel wie sprechende Belichtungsmesser und fühlbare Einstellungen an der Kamera muss man sich wohl zusammen suchen. Die Rückmeldung von Sehenden über das Produkt der Bemühungen ist letztlich auch unerlässlich. Aber wenn man ein Verfahren gefunden hat scheint es eine spannende Geschichte zu sein. So spannend dass es auch einen Film  über dieses Thema gibt, den ich allerdings noch nicht gesehen habe. Aber das Thema scheint genug Drama für einen Film herzugeben. Der Blinde Fotograf ist genauso wie der taube Komponist ein Faszinosum sondergleichen.

Aber was gibt die Beschäftigung damit für das Verständnis der Photographie her? Nun, es ist ein wenig wie bei den Neurologen, die auch fast alles was sie über das Nervensystem wissen über die Ausfälle desselben gelernt haben. In lesbare Form hat dies vor allem Oliver Sacks gebracht, der in seinem Buch über Halluzinationen  auch ein Kapitel darüber geschrieben hat, was für „Bilder“  Blinde manchmal „sehen”.

Für uns Fotografen ist interessant, dass wir den menschlichen Blick und den Technischen (Objektiv und Sensor) so miteinander verbunden haben, dass wir sie uns gar nicht mehr unabhängig voneinander vorstellen können. Dabei gibt es heute schon viele Beispiele von Kameras die ohne den menschlichen Blick auskommen. Die Dashcam im Auto die Wild-fotofalle oder letztlich auch jede Überwachungskamera. Damit hat sich der technische auch schon klar vom menschlichen Blick entfernt.

Bei den blinden Fotografen ist aber faszinierender Weise genau das Gegenteil der Fall. Ihre Bilder wirken höchst subjektiv, manchmal überraschend frisch von der Komposition und Blickrichtung her. Das liegt vielleicht daran dass alle blinden Fotografen, die ich entdecken konnte, eines gemeinsam haben. Sie sind erst im Verlauf ihres Lebens erblindet. Das heißt wir haben eine optische Vorstellung entwickeln können aber eben eine höchstpersönliche.

„I´m a visual person. I just can´t see“ sagt Pete Eckert.

Steffen Siegel thinks in his book `Belichtungen´ that the encounter with a blind photographer could tell us as much about photography as the discovery of the blind spot taught us about seeing. As an example he deals with Evgen Bavcar, a Slovenian photographer who became blind as a young person due to accidents. His photographic work is worth more than just a glance.

My curiosity was aroused and I started to search the web for answers to the question how this can work. To my astonishment it turned out that there are several blind photographers and with the help of a YouTube video about the american photographer Pete Eckert.  I could so understand how this can be possible. Some tools like talking light meters and tactile settings on the camera you have to find for yourself. The feedback from sighted people about the product of the efforts is ultimately also essential. But once you have found a method it seems to be an exciting story. So exciting that there is also a film about this topic, which I have not seen yet. But the topic seems to give enough drama for a film. The blind photographer is just as fascinating as the deaf composer.

But what is the use of this topic for the understanding of photography? Well, it’s a little like the neurologists who have learned almost everything they know about the nervous system through its failures. Oliver Sacks, has often put this into readable form.  In his book on hallucinations he also wrote a chapter about what “images” blind people sometimes “see”.

What is interesting for us photographers is that we have combined the human gaze and the technical gaze (lens and sensor) in such a way that we can no longer imagine them independently of each other. But there are already many examples of cameras that can do without the human gaze. The dashcam in the car, the wildlife-photo-trap or ultimately any surveillance camera. So the technical view has already clearly moved away from the human view.

With blind photographers, however, the opposite is fascinatingly the case. Their pictures appear highly subjective, sometimes surprisingly fresh in composition and direction of vision. This is perhaps because all the blind photographers I have discovered have one thing in common. They have only gone blind in the course of their lives. This means that we have been able to develop an optical idea, but a very personal one.

“I’m a visual person. I just can’t see” says Pete Eckert.

Translated with the help of www.DeepL.com/Translator (free version)

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