Menu Close

Was muss ein Photo haben, damit es ein gutes Bild ist? / What does a photo have to have to be a good picture?

Entdeckt habe ich den Podcast schon länger, aber jetzt habe ich angefangen, vor allem auf längeren Autofahrten auch einige Folgen anzuhören. Es geht um Andy Scholz´s Podcast „Fotografie neu denken“  und auch wenn ich denke Photographie müsse man anders schreiben finde ich bisher jede einzelne Folge Wert gehört zu werden. Es kommen die unterschiedlichsten mit Photographie auf die eine oder andere Art befassten Menschen zu Wort.

Neben der Frage, was es heißen könnte, Photographie neu zu denken, hat Andy Scholz auch fast immer die folgende Frage im Köcher: „Was muss ein Photo haben damit es ein gutes Bild ist?“ Da mich Andy Scholz bisher noch nicht eingeladen hat, habe ich mich entschieden vorab schon mal zu überlegen, was ich auf die Frage antworten würde.

Natürlich würde ich es auch, wie die meisten Anderen, zuerst zurückweisen so eine allgemeine Frage überhaupt zu akzeptieren und wortreich darauf hinweisen wie divers Photographie ist und dass es so etwas die Photographie im Allgemeinen gar nicht gibt, das ist bei jedem Photo anders ist und so weiter und so fort, aber dann würde ich darauf zu sprechen kommen, dass es letztlich eine Frage des Kontextes ist, dass eine Fotografie dann eine gute  Photographie ist, wenn Sie in einem Kontext auftaucht der es ihr erlaubt Bedeutung zu entwickeln.

Das kann z.B. ein Bild im Pressekontext sei. Das ist dann ein gutes Bild, wenn es den Text der Nachricht gut illustriert, wenn es zeigt, was der Text sagt. In der Astro-Photographie kann ein Bild vielleicht dann gut sein, wenn es Strukturen differenziert darstellt und einzelne Sterne voneinander abgrenzbar sind. In einem Familienalbum vielleicht dann, wenn man erkennen kann, ob das Onkel Albert oder Vetter Phillip ist. Es gibt die Anekdote von den Gämsen im Geröllfeld, von denen mein Vater Einige in seiner Sammlung hat, die aber meist erst durch einen Zeige-Akt den Ort offenbaren müssen, an dem sich das Tier auf dem Bild versteckt. Zu seiner Ehrenrettung muss man sagen, dass es auch Gute Bilder gibt, die keiner zusätzlichen Hinweise bedürfen.

In anderen Präsentations-Kontexten oder Zeige-Handlung wie sie z.B. im Bereich der künstlerischen Photographie vorkommen, wird ein Bild dann ein gutes Bild sein, wenn es von anderen Bildern (Texten oder Objekten) begleitet wird, die es in seiner Zeige-Absicht bestärken und dem Betrachter ermöglichen, sich das, was der Künstler sagen will, indem er die Bilder zeigt, anzunähern.

Manchmal reicht als Kontext schon ein guter Titel, eine überlegte Platzierung innerhalb einer Serie oder an einem Ort, der das Bild unterstützt oder der vom Bild unterstützt wird. Deswegen ist es auch so schwierig Photographien in den im Internet üblichen `Streams´ so zu präsentieren, dass Sie ihre Aussage transportieren können, die über den kurzen Genuss für die Augen und in den kleinen AHA-Moment für das Hirn hinausgehen. Der Kontext ist dort immer der gleiche; Eines in einer Reihe von unzusammenhängenden Bildern, inzwischen oft ohne oder mit kastriertem Titel dem schnellen Blick dargeboten “likebar” oder “wegwischbar” und schnell wieder vergessen.

Nachdem ich das Bisherige geschrieben hatte, habe ich die Folge gehört, in der Jens Schröter von Andy Scholz interviewt wird. Er gibt fast aufs Haar genau die gleiche Antwort, die ich hier skizziert habe. Seine Homepage  ist eine Fundgrube für Theorieliebhaber. Vor allem sein Aufsatz über den Fortbestand des photographischen Mediums in computergenerierten Graphiken zeigt sehr schön, dass es auch bei diesem Übergang nicht um den Tod der Photographie, sondern um eine Transformation geht, in der bestimmte Elemente beibehalten und andere verworfen werden. Ganz im Sinne von McLuhan, der ja schon früh darauf hingewiesen hat, dass neue Medien die Alten schlucken, aber eben nicht vollständig.

I discovered the podcast some time ago, but now I have started to listen to some episodes, especially on longer car journeys. It’s about Andy Scholz’s podcast “Rethinking Photography” and even if I think photography has to be written differently, I find every single episode worth listening to. A wide variety of people involved in photography in one way or another have their say.

Besides the question of what it might mean to rethink photography, Andy Scholz almost always has the following question in his quiver: “What does a photo have to have to be a good picture? Since Andy Scholz has not yet invited me, I decided to think in advance about what I would answer to the question.

Of course, like most others, I would first refuse to even accept such a general question and eloquently point out how diverse photography is and that there is no such thing as photography in general, that it is different for every photo and so on and so forth, but then I would come to the point that it is ultimately a question of context; that a photograph is a good photograph when it appears in a context that allows it to develop meaning.

That can be, for example, a picture in a press context. It is a good picture when it illustrates well the text of the news, when it shows what the text says. In astrophotography, a picture might be good if it shows structures in a differentiated way and if individual stars can be distinguished from each other. In a family album, it might be good if you can tell whether it’s Uncle Albert or Cousin Phillip. There is the anecdote about the chamois in the scree field, of which my father has a few in his collection, but which usually only reveal the place where the animal is hiding in the picture when you point to it. To his credit I have to admit that there are also good ones that don’t need any additional clues.

In other presentation contexts or pointing acts, such as those found in the field of artistic photography, a picture will be a good picture if it is accompanied by other images (texts or objects) that reinforce its pointing intention and enable the viewer to approximate what the artist wants to say by showing the pictures.

Sometimes all that is needed as context is a good title, a considered placement within a series or in a place that supports the image or that is supported by the image. That is why it is so difficult to present photographs in the ‘streams’ common on the Internet in such a way that they can convey their message, which goes beyond the brief pleasure for the eyes and the small AHA moment for the brain. The context there is always the same, one in a series of disjointed images, now often presented without or with neutered titles to the quick glance ‘likeable’ or ‘wipeable’ and quickly forgotten.

After writing the above, I listened to the episode in which Jens Schröter is interviewed by Andy Scholz. He gives almost exactly the same answer that I have outlined here. His homepage is a treasure trove for theory lovers. Especially his essay on the continued existence of the photographic medium in computer-generated graphics shows very nicely that this transition is not about the death of photography, but about a transformation in which certain elements are retained and others discarded. Quite in the sense of McLuhan, who pointed out early on that new media swallow the old, but not completely.

Translated with the help of www.DeepL.com/Translator

Wenn das beliebteste Bild auch das Beste wäre, dann würde dieses Bild, das mehr als 55000 Klicks auf flickr erreicht hat mein bestes flickr-Bild sein.

If the most popular image was also the best, then this image, which has achieved more than 55000 clicks on flickr, would be my best flickr image.

Leave a Comment / Schreib einen Kommentar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d bloggers like this: