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Zeig deine Wunde / Show your wound

Auge in Auge mit Beuys im Museum / Eye to eye with Beuys in the museum

Auch wenn ich mich selbst nicht als Künstler sehe, hindert das mich keineswegs daran fasziniert zu sein von Menschen, die wie eine Welle der Kreativität über das dürre Land hinwegschwemmen. So ein Mensch ist Joseph Beuys – ich zögere `gewesen´ zu schreiben, weil er offensichtlich weiterwirkt. Dieses Jahr wäre er 100 geworden und das bewirkt, dass man kaum an ihm vorbeikommt. Substantielles von ihm erfahren habe ich erst 2017 als ich den Film von Andreas Veiel in Karlsruhe in der Schauburg erleben durfte. Einen weiteren beeindruckenden Auftritt hatte Beuys im Gerhard Richter-Film, den ich mir erst vor wenigen Monaten in der Mediathek anschauen konnte. Dieses Jahr habe ich schon diverse Interviews und auch anderes Material über ihn angeschaut aber einen persönlichen Bezug habe ich erst durch den Film “Zeig deine Wunde” von Rüdiger Sünner bekommen. Vielleicht deswegen, weil der Film sich auch aus einer Position der persönlichen Betroffenheit durch Werke von Beuys auf die Spurensuche macht.

Even though I don’t see myself as an artist, that in no way prevents me from being fascinated by people who wash over the arid land like a wave of creativity. Such a person is Joseph Beuys – I hesitate to write ‘been’ because he obviously continues to have an effect. This year he would have turned 100 and that makes it hard to pass him by. I only learned something substantial about him in 2017 when I was able to experience Andreas Veiel’s film in Karlsruhe at the Schauburg. Beuys made another impressive appearance in the Gerhard Richter film, which I was able to watch in the Mediathek only a few months ago. This year I have already watched various interviews and other material about him, but I only got a personal connection through the film “Zeig deine Wunde” by Rüdiger Sünner. Maybe that’s because the film also starts searching for traces from a position of being personally affected by Beuys’ works.

Beuys im Kino `Die Schauburg´ in Karlsruhe / Beuys at the cinema in Karlsruhe

 Ähnlich wie Beuys habe ich mich auch jahrelang im Dunstkreis der Anthroposophie herumgetrieben, vieles an Anregung gefunden und dann doch vor den Institutionen zurückgeschreckt und den Lehren den Rücken gekehrt, ohne aber den Kern zu verlieren: Das Gefühl es muss noch etwas anderes geben als Materialismus und Konsum. Und die Erkenntnis, dass man es pflegen muss, in seinem Umgang mit der Natur, in der Auswahl der geistigen Nahrung die man sich zu führt und produziert und in seinen sozialen Zusammenhängen. Beuys hat sich, und das ist ja als Künstler nicht verwunderlich, zeitlebens damit beschäftigt, wie man aus sich heraus kreativ werden kann, aus seinen Träumen, seinen Visionen und ja auch aus seinen Traumata und Niederlagen.

Was damals von Beuys noch als verschroben rüberkam, mutet heute schon fast wieder prophetisch an. Die ökologische Ausrichtung, die heute als unumgänglich erscheint, die Vision, dass Jede/r kreativ werden kann, die durch die neuen Medien inzwischen fast selbstverständlich geworden ist und die Befreiung der Kunst aus den engen Grenzen der Genres, die in interdisziplinären Installationen und Kunst-Events heute zur Alltagskultur gehört sind nur die herausstechendsten Beispiele.

Was hat das nun mit Fotografie zu tun? Nun, Beuys zählte möglicherweise zu den meist photographierten Gesichtern seiner Zeit. Es war in Zeitungen und Zeitschriften präsent, es gibt haufenweise Videos von seinen Aktionen, Interviews und Diskussionen. Aber was bleibt wirklich?

Es sind in den letzten Jahren immer mal wieder Ausstellungen von Bildern zu sehen gewesen, die seine Frau Eva Beuys gemacht hat. Man bekommt dadurch eine Idee davon das der Mann, der ja auf fast allen anderen Bilddokumenten öffentlich auftritt, auch ein Privatleben hatte. Auch über eine längere Zeit begleitet hat ihn Lothar Wolleh. Und von ihm gibt es Bilder, die sich ins Gedächtnis der Menschen eingeprägt haben, nicht zuletzt auch deswegen, weil Andreas Veiel für seinen Dokumentarfilm reichlich davon Gebrauch machen durfte. Aber auch, weil er auf die Idee kam Beuys beim Aufstellen seine Kunstwerke abzulichten. Das gibt einen Eindruck vom Prozess der Präsentation seiner Kunst und nicht nur vom Ergebnis, das oft genug gezeigt wurde. Es lohnt sich aber auch mal die Vita von Wolleh anzuschauen und was er sonst noch an Bildern gemacht hat. Dazu hat man auf der ihm gewidmeten Homepage Gelegenheit.

Es findet zurzeit gefühlt in jeder zweiten Stadt eine Beuys-Ausstellung statt. Ich bleib nicht nur deswegen lokal und werde mir, wenn die Museen wieder aufmachen, die Ausstellung in Stuttgart  anschauen, die Beuys als Raum-Kurator zeigt, als Gestalter von Räumen.

Like Beuys, I also drifted around in the anthroposophical world for years, found much to inspire me, but then shrank back from the institutions and turned my back on the teachings without losing the core: The feeling that there must be something else than materialism and consumption. And the realisation that you have to nurture it, in your dealings with nature, in the choice of spiritual food you feed yourself and produce, and in your social connections. Beuys, and this is not surprising as an artist, was concerned throughout his life with how one can become creative from within oneself, from one’s dreams, visions and also from one’s traumas and defeats.

What Beuys then seemed to be cranky seems almost prophetic again today. The ecological orientation that seems inevitable today, the vision that everyone can be creative, which has become almost self-evident through the new media, and the liberation of art from the narrow boundaries of genres, which is now part of everyday culture in interdisciplinary installations and art events, are only the most striking examples.

So what does this have to do with photography? Well, Beuys was possibly one of the most photographed faces of his time. He was present in newspapers and magazines, there are heaps of videos of his actions, interviews and discussions. But what really remains?

In recent years, there have been exhibitions of pictures taken by his wife Eva Beuys  from time to time. This gives us an idea that the man who appears publicly in almost all other pictorial documents also had a private life. Lothar Wolleh also accompanied him for a long time. And there are pictures of him that have imprinted themselves on people’s memories, not least because Andreas Veiel was allowed to make ample use of them for his documentary film. But also because he had the idea of photographing Beuys setting up his works of art. This gives an impression of the process of presenting his art and not only of the result, which has been shown often enough. But it is also worth taking a look at Wolleh’s vita  and what other pictures he made. You can do this on the homepage dedicated to him.

There is a Beuys exhibition in every other city at the moment. That’s not the only reason I’m staying local. When the museums open again, I’ll take a look at the exhibition in Stuttgart, which shows Beuys as a curator of space, as a designer of spaces.

Translated with the help of www.DeepL.com/Translator

Beuys im Heimkino / Beuys in the home cinema

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