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Photographie auf dem Kunstmarkt / Photography and the art market

screenshot catawiki
Screenshot einer Kunstauktion mit Fotos bei catawiki

Photographie bewegt sich im weiten Feld zwischen Dokumentation und Werbung, Handwerk und Kunst. Nicht immer lassen sich die Kategorien sauber trennen. Auf dem Kunstmarkt findet sich von allem etwas. Während die massenhaften Verkäufe eher dem Bereich Kunsthandwerk zuzurechnen sind, werden für Werke von anerkannten Künstlern wie Andreas Gursky oder Cindy Shermann Spitzenpreise erzielt. Doch auch journalistisch-dokumentarische Photographie, aktuelle wie historische, ist auf dem Kunstmarkt zu finden. Trotz eines medialen Hypes in den vergangenen Jahren ist das Volumen der Verkäufe am Kunstmarkt gering. Zumindest im Bereich der Auktionen, der sich nachprüfen lässt, beläuft sich der Anteil der Photographie nach Angaben des Portals artprice.com gegenwärtig auf etwa zwei Prozent. Der folgende Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er sollvielmehr dazu anregen, sich mit dem Thema weiter zu beschäftigen.

Die teuersten Fotos
Welches ist das teuerste Foto der Welt? Eine kurze Internetrecherche brachte verschiedene Listen hervor, die sich alle mehr oder weniger einig waren. Verifiziert ist der Verkauf des Bildes „Rhein II“ von Andreas Gursky zu einem Preis von $ 4.338.500 im November 2011 beim Auktionshaus Christie’s. $ 6.773.000 erzielte eine Serie von 21 Bildern der Reihe „Film Stills“ von Cindy Sherman im Jahr 2014, ebenfalls bei Christie’s.

Der australische Photograph Peter Lik behauptet, den Rekord für das teuerste jemals verkaufte Einzelfoto zu halten: $ 6.500.000 für sein Werk „Phantom“. Es zeigt eine SW-Aufnahme des berühmten Antelope Canyon. Der Preis wurde nie offiziell überprüft, da der Käufer „privat und anonym” ist.  Die Liste der Top Ten nachprüfbarer Verkäufe besteht aus fünf Namen: Andreas Gursky, Cindy Sherman, Richard Prince, Jeff Wall sowie Gilbert and George. Diese Namen füllen auch weitgehend die Plätze der Top Twenty.

Auffällig ist, die teuersten Photographien stammen fast ausschließlich von zeitgenössischen Photographen. Historische Werke erzielen, mit wenigen Ausnahmen, meist geringere Preise. Zwei Photographien von Man Ray wurden 2017 für $ 3.300.000 und für $ 2.170.000 verkauft. Noch älter ist ein Bild von Edward Steichen aus dem Jahr 1904, das für fast $ 3.000.000 den Besitzer wechselte. Das einzige bekannte und authentifizierte Foto des berüchtigten Revolverhelden Billy the Kid (ca. 1879) wurde 2011 für $ 2.300.000 versteigert.

Wie die Aufzeichnungen von Auktionen der letzten Jahre bei Artprice zeigen, erzielen auch die Bilder der Rekordhalter nicht automatisch astronomische Preise. Manche ihrer Fotos sind schon für rund 1000 Euro erhältlich – und etliche fallen bei Auktionen auch durch. Auktionshäuser veröffentlichen ihre Zahlen, Galerien und Kunstmessen nicht.

Andere Verkaufswege
Neben bekannten Auktionshäusern wie Christie‘s und Sothebys gibt einen wachsenden Onlinemarkt für Kunst. Die Plattform catawiki.com bietet alles an, was ernsthafte Sammler suchen. Neben Gemälden, Plastiken und Grafik eben auch Photographie. Allerdings bewegen sich die Preise meist im Bereich bis 1000 Euro. Beispiele: Für ein handsigniertes Foto von Steve McCurry – „Dust Storm. Rajasthan, India“ aus dem Jahr 1983 – wurden 371 € geboten. 130 € brachte ein historisches Foto von Antonio Beato aus der Zeit um 1870 „Ansicht der Insel Philae, Ägypten“. Auch diese, etwa 26 x 37 cm große Photographie war vom Autor signiert.

Galerien beteiligen die Künstler in der Regel mit 50%. Es gibt in Deutschland eine überschaubare Zahl von Galeristen, die sich auf Photographie konzentrieren. Sie teilen ihre Verkaufsergebnisse allenfalls dem Finanzamt mit. Die Zahlen werden nicht veröffentlicht. Dennoch, wer bei einer den sechs bekanntesten Foto-Galerien Deutschlands – etwa Thoms Zander in Köln – ausstellt, hat es vermutlich geschafft. Die meisten anderen Photographen mit künstlerischem Anspruch haben es schwer, von ihrer Kunst zu leben.

LUMAS
Gewissermaßen der Supermarkt für Photographie ist LUMAS. Sowohl online als auch in weltweit 25 eigenen Galerien kann man überwiegend dekorative Photographie auch bekannterer Photographen kaufen. Allerdings rümpfen führende Kunstkritiker beim Namen LUMAS eher die Nase, es gilt ihnen als zu kommerziell. Die Höhe der an die Künstler gezahlten Honorars ist unbekannt, dürfte aber deutlich unter den 50% traditioneller Galerien liegen. Die Fotos werden in limitierten Ausgaben von 75 – 500 Stück und, je nach Format, zu Preisen von 500 bis 3400 Euro angeboten. Exklusive Sondereditionen mit signierten Fotos gehören ebenfalls zum Portfolio. Gedruckt wird bei Whitewall, das mit LUMAS eng zusammenarbeitet.

Selbstvermarktung der Photographen

Viele Photographen werben über Internetportale und Social-Media-Kanäle für ihre Werke. So macht beispielsweise der Niederländer Bart van Damme via Flickr auf seine sehenswerten Arbeiten aufmerksam. Vertrieben werden sie über die Galerie Zerp in Rotterdam.

Spezialisten-Messe „Paris Photo“
Dieses Jahr findet im November wieder die Messe „Paris Photo“ statt. Laut Veranstalter sind dort 127 Galerien aus 28 Ländern angemeldet, dazu 30 Verlagshäuser (publishers) und viele Einzelkünstler. Neu ist ein Online-Showroom. Mit Sicherheit ist die größte Foto-Messe der Welt ein wichtiger Treffpunkt des internationalen Markts für Photographien.

Fazit
Wenn man Schlüsse aus dem Gesagten ziehen kann dann diese: Photographie spielt im Kunstmarkt eine untergeordnete Rolle. Neben wenigen Superstars, die oft zu Millionenpreisen verkauft werden, ist das Einkommen der meisten anderen künstlerisch tätigen Photographen bescheiden. Am teuersten sind die Werke zeitgenössischer Fotokünstler. Die meisten historische Aufnahmen auf dem Markt – auch von bedeutenden Photographen – sind immer noch erschwinglich.

 

Quellen:
https://www.foto-kunst-theorie.de/wo-ist-der-kunst-markt-fuer-fotografie-teil-1-das-vernachlaessigte-medium

https://www.artinfo24.com/kunstmarkt/news-840.html

Photography moves in the broad field between documentation and advertising, craft and art. The categories cannot always be neatly separated. On the art market you can find a bit of everything. While the mass sales tend to belong to the field of arts and crafts, top prices are achieved for works by recognised artists such as Andreas Gursky or Cindy Shermann. But journalistic-documentary photography, both current and historical, can also be found on the art market. Despite a media hype in recent years, the volume of sales on the art market is low. At least in the area of auctions, which can be verified, the share of photography currently amounts to about two percent, according to the portal artprice.com. The following article does not claim to be exhaustive. Rather, it is intended to encourage further study of the subject.

The most expensive photos
What is the most expensive photograph in the world? A brief internet search produced various lists, all of which were more or less in agreement. Verified is the sale of the painting “Rhein II” by Andreas Gursky at a price of $ 4,338,500 in November 2011 at Christie’s auction house. $ 6,773,000 was achieved by a series of 21 pictures of the series “Film Stills” by Cindy Sherman in 2014, also at Christie’s.

Australian photographer Peter Lik claims to hold the record for the most expensive single photograph ever sold: $6,500,000 for his work “Phantom”. It shows a b&w shot of the famous Antelope Canyon. The price was never officially verified because the buyer is “private and anonymous”.  The list of the top ten verifiable sales consists of five names: Andreas Gursky, Cindy Sherman, Richard Prince, Jeff Wall and Gilbert and George. These names also largely fill the slots in the Top Twenty.

It is striking that the most expensive photographs are almost exclusively by contemporary photographers. With few exceptions, historical works usually fetch lower prices. Two photographs by Man Ray sold for $3,300,000 and $2,170,000 in 2017. Even older is a 1904 painting by Edward Steichen, which changed hands for nearly $3,000,000. The only known authenticated photograph of the infamous gunslinger Billy the Kid (circa 1879) sold at auction in 2011 for $2,300,000.

As Artprice’s records of auctions in recent years show, even the images of record holders do not automatically fetch astronomical prices. Some of their photos are already available for around 1000 euros – and quite a few also fail at auctions. Auction houses publish their figures, galleries and art fairs do not.

Other sales channels
Besides well-known auction houses such as Christie’s and Sothebys, there is a growing online market for art. The platform catawiki.com offers everything that serious collectors are looking for. Besides paintings, sculptures and graphic art, it also offers photography. However, the prices are mostly in the range of up to 1000 euros. Examples: For a signed photograph by Steve McCurry – “Dust Storm. Rajasthan, India” from 1983 – was bid 371 €. 130 € brought a historical photo by Antonio Beato from around 1870 “View of Philae Island, Egypt”. This photograph, measuring about 26 x 37 cm, was also signed by the author.

Galleries usually give the artists a 50% share. There are a manageable number of gallery owners in Germany who concentrate on photography. At best, they report their sales results to the tax office. The figures are not published. Nevertheless, anyone who exhibits at one of the six best-known photo galleries in Germany – Thoms Zander in Cologne, for example – has probably made it. Most other photographers with artistic aspirations have a hard time making a living from their art.

LUMAS
In a way, LUMAS is the supermarket for photography. Both online and in its own 25 galleries worldwide, you can buy mainly decorative photography, including that of well-known photographers. However, leading art critics tend to turn up their noses at the name LUMAS, considering it too commercial. The amount of the fees paid to the artists is unknown, but it is probably well below the 50% of traditional galleries. The photographs are offered in limited editions of 75 – 500 and, depending on the format, at prices ranging from 500 to 3400 euros. Exclusive special editions with signed photos are also part of the portfolio. Printing is done at Whitewall, which works closely with LUMAS.

Self-promotion of photographers
Many photographers promote their work via internet portals and social media channels. Dutchman Bart van Damme, for example, uses Flickr to draw attention to his works, which are well worth seeing. They are distributed by the Zerp Gallery in Rotterdam.

Paris Photo” specialist fair
This year, the “Paris Photo” fair will take place again in November. According to the organizers, 127 galleries from 28 countries are registered, plus 30 publishers and many individual artists. A new feature is an online showroom. The world’s largest photo fair is certainly an important meeting place for the international photography market.

Conclusion
If any conclusions can be drawn from what has been said, it is this: Photography plays a subordinate role in the art market. Apart from a few superstars who often sell for millions, the income of most other photographers working in the arts is modest. The most expensive works are those of contemporary photographic artists. Most historical photographs on the market – even by important photographers – are still affordable.

 

Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

 

Sources:
https://www.foto-kunst-theorie.de/wo-ist-der-kunst-markt-fuer-fotografie-teil-1-das-vernachlaessigte-medium

https://www.artinfo24.com/kunstmarkt/news-840.html

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